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Astronomie

 

´┐Żbersicht

Dieses Kapitel untersucht diverse bei Star Trek auftretende, reale astronomische Probleme als auch Ungereimtheiten bei der Geographie der Star Trek Galaxis. Es gilt zu kl´┐Żren:

Warum ein Quadrant nicht immer ein Viertel der Milchstra´┐Że ist
Warum die Quadrantenanordnung f´┐Żr einige Verwirrung sorgte
Welchen realen Stern Vulkan umkreist

 

 

Warum ein Quadrant nicht immer ein Viertel der Milchstra´┐Że ist

Problem: In der klassischen Star Trek Serie werden die beiden Gr´┐Ż´┐Żen "Sektor" und "Quadrant" widerspr´┐Żchlich verwendet. Beide stehen f´┐Żr ein Raumvolumen, das wesentlich kleiner als die Galaxis, aber auch wesentlich gr´┐Ż´┐Żer als ein einzelnes Planetensystem ist. Obwohl sich "Quadrant" wortw´┐Żrtlich ja auf ein "Viertel"  bezieht und damit logischerweise ein Viertel der Milchstra´┐Że bezeichnen sollte, wird es gew´┐Żhnlich f´┐Żr kleinere, sektorengro´┐Że Raumgebiete verwendet, z.B. "Quadrant 904" in [TOS] T´┐Żdliche Spiele. Seit Star Trek IV, also dem sp´┐Żten 23. Jahrhundert, wird einheitlich ein neues, korrekteres Quadrantensystem verwendet, nach dem die "Galaxis in 4 Quadranten aufgeteilt ist, von denen jeder bei Betrachtung von oben oder unten bez´┐Żglich der Ebene der Galaxis ein 90´┐Ż Tortenst´┐Żck bildet" (Star Trek Enzyklop´┐Żdie). Jedoch scheint diese Schlu´┐Żfolgerung falsch zu sein, denn einige Next Generation Episoden verwenden den Begriff Quadrant wie bei TOS als sektorengro´┐Żes Raumgebiet  (etwa der "Morgana Quadrant" in [TNG] Das Kind und [TNG] Illusion oder Wirklichkeit?).

Ursache: Der Grund f´┐Żr die urspr´┐Żnglich widerspr´┐Żchliche Verwendung ist einfach - damals war sowohl der Sektor als auch der Quadrant gr´┐Ż´┐Żenm´┐Ż´┐Żig gar nicht festgelegt und wurden von den Autoren nach Belieben verwendet. Dies geschah erst viel sp´┐Żter, im Falle des Sektors sogar erst 1994 mit dem Erscheinen der Star Trek Enzyklop´┐Żdie, wobei eine On-Screen-Angabe bis heute nicht vorliegt. Eine Definition f´┐Żr Quadranten wurde erstmals 1979 im Rahmen der inoffiziellen "Star Trek Maps" geschaffen. F´┐Żr die gro´┐Żformatigen Karten dieses Projekts wurde die Galaxie in neun Quadranten eingeteilt: Quadrant 0 im galaktischen Kern und vier Quadranten jeweils n´┐Żrdlich und s´┐Żdlich davon*. Diese in der Mathematik als "Octantensystem" bekannte Unterteilung des dreidimensionalen Raumes ist insofern logischer, da die Milchstra´┐Że ja nicht eine flache zweidimensionale Scheibe ist, sondern eine Dicke von durchschnittlich 5000 ly hat, wobei sich die Erde 50 ly oberhalb der gedachten mittleren Schnittebene, der sogenannten galaktischen Ebene, befindet. Jedoch wurde das System, ebenso wie Karten selbst, niemals von den offiziellen Quellen anerkannt und als "canon" betrachtet. Schenkt man den Backgroundinfos Glauben, wurde das in den neuen Serien und den Kinofilmen verwendete Quadrantensystem und die Unterscheidung zwischen dem dicht besiedelten Alpha- und dem wenig erforschten Betaquadranten urspr´┐Żnglich eingef´┐Żhrt, um die Bemerkung Kirks in Star Trek II (Premiere: 1984) zu rechtfertigen, die Enterprise w´┐Żre das einzige Schiff im Quadranten - auch wenn diese dadurch sicher nicht glaubhafter wird (zumal auch im Betaquadranten mit Vulkan, Antares und Rigel wichtige Hauptplaneten der F´┐Żderation liegen). In Star Trek VI wurde das System zum ersten Mal ausgiebig verwendet und die Positionen der gro´┐Żen M´┐Żchte in den einzelnen Quadranten festgelegt (Klingonen und Romulaner im Beta-, F´┐Żderation im Alphaquadranten). Bereits vor der Premiere von Star Trek VI 1991 wurde f´┐Żr Star Trek: The Next Generation das neue Quadrantensystem in der 1989 produzierten Episode [TNG] Der Barzanhandel eingef´┐Żhrt. Damit ist es logisch, das einige TNG Folgen der 1. und 2. Staffel Quadranten anders verwenden, auch wenn sie zeitlich lange nach Star Trek VI spielen.

M´┐Żgliche Erkl´┐Żrung: Im fr´┐Żhen und mittleren 23. Jahrhundert wurde der Begriff "Quadrant" parallel zum Sektor verwendet, d.h. er bezeichnete ein kleineres Raumgebiet eines  bestimmten Durchmessers. In den 2280ern wurde das noch heute g´┐Żltige Quadrantensystem eingef´┐Żhrt, da´┐Ż die Galaxis in vier gleich gro´┐Że, kubische Quadranten teilt. W´┐Żhrend die meisten der alten Quadranten als Sektoren neu numeriert wurden, wurden einige Quadrantennamen aus historischen Gr´┐Żnden als reine Eigennamen  beibehalten, auch wenn sie eigentlich dem bestehenden Quadrantensystem widersprechen. Deshalb gibt es auch im 24. Jahrhundert noch Quadranten, die nicht die Bezeichnungen Alpha, Beta, Gamma oder Delta tragen.

Anmerkung: Mehr ´┐Żber Quadranten und Sektoren erfahren Sie im Kapitel 2.2 der Star Trek Kartographie "Die Aufteilung der Star Trek Galaxis".

 

Warum die Quadrantenanordnung f´┐Żr einige Verwirrung sorgte

Problem: W´┐Żhrend die Quadrantenbenennung und ihre Gr´┐Ż´┐Że sp´┐Żtestens seit [TNG] Der Barzanhandel, wo Alpha-, Gamma- und Deltaquadrant eingef´┐Żhrt wurden, bzw. Star Trek VI, das erstmals den Betaquadranten erw´┐Żhnte, weitestgehend einheitlich ist und gew´┐Żhnlich akzeptiert ist, f´┐Żhrte die tats´┐Żchliche Quadrantenaufteilung der Galaxis zu einigen Problemen. Die 1994 erschienene erste Ausgabe der offiziellen Star Trek Enzyklop´┐Żdie stellte klar, da´┐Ż die Galaxis in 4 Quadranten aufgeteilt ist, von denen jeder bei Betrachtung von oben oder unten bez´┐Żglich der Ebene der Galaxis ein 90´┐Ż Tortenst´┐Żck bildet. Eine Grafik zeigte dabei die Anordnung der einzelnen Quadranten, die auch f´┐Żr die zweite und dritte Neuauflage der Star Trek Enzyklop´┐Żdie und das Star Trek: Deep Space Nine Technical Manual ´┐Żbernommen wurde, wie das folgende Bild aus der Enzyklop´┐Żdie II zeigt:

Demnach sind die Quadranten recht unlogisch angeordnet, weder in noch gegen den Uhrzeigersinn: der Quadrant links unten tr´┐Żgt die Bezeichnung "Alpha", rechts unten "Beta", links oben "Gamma" und rechts oben "Delta". Da (beschriftete) Karten der Galaxis weder bei Star Trek: The Next Generation noch bei Star Trek: Deep Space Nine jemals verwendet wurden, war die letztendliche Anordnung der Quadranten unwichtig. Bis auf die Tatsache, da´┐Ż entsprechend der Entwicklungen in Star Trek VI Alpha- und Betaquadrant aneinandergrenzen m´┐Żssen (was ja entsprechend der Benennung auch naheliegt), spielte die r´┐Żumliche Anordnung f´┐Żr den Handlungsverlauf auch nie eine Rolle. So wurde das System von den Fans anstandslos angenommen und f´┐Żr "canon" erkl´┐Żrt - bis Star Trek: Voyager kam. Die neue Serie handelte von der R´┐Żckreise der USS Voyager, die tief im Deltaquadranten gestrandet ist, zum Alphaquadranten - was logisch erscheint, wenn die Erde genau auf der Grenzlinie zwischen zwei Quadranten liegt. Also m´┐Ż´┐Żte die Voyager - nach offizieller Quadrantenanordnung - nicht nur den ganzen Delta-, sondern auch den ganzen Betaquadranten durchqueren, bevor sie die Erde erreicht. ´┐Żberraschenderweise wurde dieser Umstand jedoch niemals erw´┐Żhnt. Stattdessen wurde der Betaquadrant totgeschwiegen und praktisch aus der "Voyager"-Galaxis verbannt. Obwohl er z.B. in Bezug auf den Einflu´┐Żbereich der Borg und die Imperien der Klingonen und Romulaner eine elementare Rolle spielt und damit auch in der Serie Erw´┐Żhnung finden sollte, gibt es gerademal zwei Referenzen in 145 Episoden: in [VOY] Temporale Spr´┐Żnge ("like the Yattho from the Beta Quadrant, who can predict the future [...]") und in [VOY] Temporale Paradoxie ("Starfleet found a Borg cube wreckage in the Beta Quadrant"), wobei erstere Dialogstelle eher belanglos ist. Zudem gibt es vermehrt Referenzen in Bezug auf den Alphaquadranten, die eigentlich den Betaquadranten betreffen sollten, etwa in [VOY] Die Barke der Toten ("The simplest explanation is that the Borg assimilated a Bird of Prey somewhere in the Alpha Quadrant" - wohl kaum die einfachste Erkl´┐Żrung). Obwohl die Voyager in der sechsten Staffel nur noch wenige tausend Lichtjahre von der Grenze des Deltaquadranten entfernt ist, gibt es keine einzige Erw´┐Żhnung des neuen Quadranten in der gesamten Staffel. Dies alles erweckt den Eindruck, da´┐Ż die Voyager den Betaquadranten gar nicht durchqueren braucht, um zur Erde zu gelangen, und folglich Alpha- und Betaquadrant vertauscht sein m´┐Żssen. Diese Vermutung scheint scheinbar durch [VOY] Flaschenpost best´┐Żtigt zu werden, denn hier wurde gezeigt, was bisher nur angedeutet wurde: die USS Prometheus befand sich laut mehrmaliger Aussage im Alphaquadranten, doch nach der in der Astrometrie gezeigten Karte war ihre Position eindeutig im rechts unten gelegenen Quadranten. In diesem ist auch die letzte Station des au´┐Żerirdischen Relaisnetzwerkes gelegen, das laut der Episode bis in den "tiefen Alphaquadranten" reicht.

Viele Fans akzeptierten mit diesem "On-screen-Beweis" ein Quadrantensystem gegen den Uhrzeigersinn und beriefen sich auf die allgemein akzeptierte Regel, da´┐Ż in offiziellen Dokumentationen eingef´┐Żhrte Fakten nur solange "canon" sind, wie sie nicht den Episoden und Kinofilmen widersprechen. Und tats´┐Żchlich ist die 1994 eingef´┐Żhrte Quadranteneinteilung weder bei Star Trek: The Next Generation noch bei Deep Space Nine jemals zu sehen gewesen.

Ursache: Wie Rick Sternbach angedeutet hat*, versuchen die Autoren von Star Trek: Voyager so weit wie m´┐Żglich eine Erw´┐Żhnung des Betaquadranten zu vermeiden, einfach weil sie der Ansicht sind, dies w´┐Żrde Gelegenheitszuschauer durcheinanderbringen, die nur davon wissen, da´┐Ż die Crew der Voyager im Deltaquadranten gestrandet ist und zur´┐Żck in den Alphaquadranten will, da sich dort die Erde befindet. Sie wissen nat´┐Żrlich, da´┐Ż die Voyager sehr nah an der Grenze ist, aber entsprechend der Pr´┐Żmisse der Serie soll die Voyager im Deltaquadranten bleiben, bis sie zur´┐Żck zur Erde gelangt, was sicherlich nicht vor der zweiten H´┐Żlfte der siebten Staffel passieren wird. So werden Umwege und astronomische Hindernisse als Grund daf´┐Żr angef´┐Żhrt, da´┐Ż die Voyager noch immer nicht den Betaquadranten erreicht hat. Freilich hat die Nicht-Erw´┐Żhnung des Betaquadranten aber letztendlich eine Situation geschaffen, in der zumindest die Fans, die mit der Enzyklop´┐Żdie vertraut sind, in Bezug auf das Quadrantensystem ziemlich verwirrt sind.

Erkl´┐Żrung: Die Antwort auf die Frage, welches Quadrantensystem denn nun richtig ist, ist aber einfach: in der 6. Staffel wurde das offizielle Quadrantensystem aus der Star Trek Enzyklop´┐Żdie zum ersten Mal on-screen gezeigt und damit etabliert. Wir verdanken es wohl den Mitarbeitern des Star Trek Art Departments, nicht den Autoren der Episode [VOY] Das Pfadpfinder-Projekt, da´┐Ż die Milchstra´┐Żenkarte im Starfleet Communications Center in San Francisco (richtig) beschriftet war, vielleicht sogar als Reaktion auf die Postings vieler verwirrter Fans in diversen Newsgroups und Foren. Jedenfalls ist die gezeigte Karte weit eindeutiger als die (nicht beschrifteten) Darstellungen und indirekten Angaben in [VOY] Flaschenpost, weshalb wir diese getrost als peinlichen Fehler abhaken k´┐Żnnen.

Was allerdings - entsprechend der Verlautbarungen der Crew - die Imperien von Klingonen und Romulanern, der Heimatplanet der Vulkanier und die fernsten Au´┐Żenposten der Borg im Alphaquadranten zu suchen haben, ist eine andere Frage ...

Anmerkung: Mehr ´┐Żber die Quadranten erfahren Sie im Kapitel 2.2 der Star Trek Kartographie "Die Aufteilung der Star Trek Galaxis".

 

Welchen realen Stern Vulkan umkreist

Vulcan2.jpg (13510 Byte)

Problem: W´┐Żhrend der 35-j´┐Żhrigen Geschichte von Star Trek haben die Raumschiffe der Sternenflotte - die Enterprise, die Voyager, die Defiant und viele mehr - hunderte von Planeten besucht. Siebenunddrei´┐Żig dieser Planeten umkreisen reale Sterne unserer Milchstra´┐Że, z.B. Rigel IX, Antares IV und Tau Ceti Prime, so da´┐Ż wir ihre relative Lage zur Erde mittlerweile genau bestimmen k´┐Żnnen, doch die Positionen der meisten Planeten blieben im Verborgenen, was bei den Welten, die nur einmal in einer einzigen Episode eine Rolle spielten, auch nicht gravierend ist. Jedoch - eine vielgestellte und selten beantwortete Frage der Fans bleibt, welchen Stern der wahrscheinlich ber´┐Żhmtesten fiktiven Star Trek Planet umkreist, jene extrasolaren Welt, mit der die Erde am 5.4.2063 als erste Kontakt aufnahm: Vulkan.

Ursache: Obwohl der Heimatplanet der Vulkanier wie seine Bewohner selbst  sicher zu den wichtigsten und beliebtesten Bestandteilen des Star Trek Universums z´┐Żhlt und Schauplatz zahlreicher Episoden war, blieb der Name seines Systems und damit seine Position w´┐Żhrend der klassischen Star Trek Serie ungenannt. Auch die Kinofilme und die sp´┐Żteren Star Trek Serien holten dies leider nicht nach, und die Star Trek Enzyklop´┐Żdie ebenso wie alle anderen offiziellen Dokumentationen ignorieren die Frage.

Erkl´┐Żrung: Aufgrund des Fehlens einer on screen Erw´┐Żhnung oder zumindest einer offiziellen Angabe ist der wirkliche Stern, den Vulkan umkreist, kanonisch unbekannt, und wir k´┐Żnnen nur Mutma´┐Żungen anhand der Auswertung der Eigenschaften der bekannten realen Sterne anstellen.

Zumindest geben die Folgen und Filme, allen voran die legend´┐Żre Episode [TOS] Pon Farr, einige Anhaltspunkte, die die Auswahl an potentiellen Sternen einengt:

  • Der Stern liegt in der unmittelbaren Nachbarschaft der Sonne.
    Die Dominanz des Sternenflottenkommandos in [TOS] Pon Farr (z.B. keine Zeitverz´┐Żgerung bei der Kommunikation) lie´┐Ż bereits eine Erdn´┐Żhe vermuten. Aber auch Star Trek: Der Erste Kontakt und die offiziellen Star Trek Geschichte machen eine weite Entfernung unwahrscheinlich  - sonst w´┐Żren die Vulkanier sicher nicht die ersten Au´┐Żerirdischen gewesen, mit denen die Menschen Kontakt gehabt haben.

  • Der Stern liegt in der N´┐Żhe des realen Sterns Altair, also nur ein bis zwei dutzend Lichtjahre von der Erde entfernt.
    Die Entfernung Vulkans von der Erde l´┐Ż´┐Żt sich in Hinblick auf [TOS] Pon Farr noch weiter eingengen. Die Enterprise fliegt von einem unbekannten Startpunkt nach Altair IV und macht dabei einen (geringen) Umweg nach Vulkan. Da die Mission sehr zeitkritisch ist und nur wenige Tage umfa´┐Żt, k´┐Żnnen Altair und Vulkan nicht weit voneinander entfernt sein.

  • Die Sonne Vulkans ist ein orange-gelber Stern.
    Als wir Vulkan in [TOS] Pon Farr das erste Mal sahen, pr´┐Żsentierte es sich als r´┐Żtliche, hei´┐Że Welt. Obwohl dieses Grundmerkmal immer erhalten blieb, k´┐Żnnen wir erst aufgrund der Star Trek Kinofilme und deren differenziertere Darstellung der Planetenoberfl´┐Żche die Eigenschaften der vulkanischen Sonne beurteilen. Ausgehend von dem orangen Licht, da´┐Ż w´┐Żhrend des Kohlinars in Star Trek: Der Film auf Spock schien, und der   Oranget´┐Żne, in die die Bergwelt um den Mount Seleya in Star Trek III und IV getaucht war, l´┐Ż´┐Żt sich mutma´┐Żen, da´┐Ż die Sonne Vulkans ebenfalls orange ist. Sie w´┐Żrde dann einer anderen Spektralklasse als unsere gelbe Sonne (Typ G2) angeh´┐Żren - entweder einer hohen G-Klasse oder einer niedrigen K-Klasse, wobei die Leuchtkraftklasse dann aller Wahrscheinlichkeit nach diesselbe wie bei Sol w´┐Żre (V). Dies ist jedoch ein recht unsicherer Anhaltspunkt, da erstens auf dieses Detail bei der Darstellung von Planetenoberfl´┐Żchen selten Wert gelegt wurde (auch in Hinblick auf die unterschiedliche Darstellung von Vulkan in den verschiedenen Filmen und Serien)  und zweitens eine Beurteilung der Farbe einer Sonne aufgrund der blo´┐Żen Lichtverh´┐Żltnissen auf einem Planeten tr´┐Żgerisch sein kann; man denke nur an die durch Eisenoxidstaub verursachte orange-r´┐Żtliche Farbe des Marshimmels.

Aufgrund der ersten beiden, zwingenden Anhaltspunkte lassen sich immer noch etliche Sterne in der Nachbarschaft der Sonne finden, und doch standen bereits fr´┐Żhzeitig - noch vor der Premiere der ersten Kinofilme Anfang der achtziger Jahre - zwei Kandidaten fest, da sich das Fandom und einige Star Trek begeisterte Astronomen dem Problem angenommen hatten. Die (inoffiziellen)  B´┐Żcher "Star Trek 2" (erschienen 1968, von James Blish), "Starfleet Technical Manual" (erschienen 1974, von Franz Joseph) und "Star Trek Maps" (erschienen 1979, von Jeff Maynard, Geoffrey Mandel u.a.) geben den realen Stern 40 Eridani (aka o´┐Ż Eridani) als Sonne Vulkans an, die "Star Trek Spaceflight Chronology" (erschienen 1980, von Stan und Fred Goldstein) dagegen nennt Epsilon Eridani. Nun ist es aber nicht so, da´┐Ż wir zwei gleicherma´┐Żen geeignete, aber doch v´┐Żllig unkanonische Kandidaten f´┐Żr Vulkans Sonne h´┐Żtten. Tats´┐Żchlich hat sich Gene Roddenberry selbst, zusammen mit drei Wissenschaftlern des Harvard-Smithonian Centers f´┐Żr Astrophysik, anl´┐Ż´┐Żlich des 25. Geburtstages von Star Trek mit den m´┐Żglichen Sternen auseinandergesetzt und sich auch f´┐Żr einen entschieden. Die Ergebnisse wurden in einem kurzen Brief in der Fachzeitschrift Sky & Telescope im Juli 1991 ver´┐Żffentlicht. Es folgt ein exklusiver Auszug aus dem Hauptteil des Artikels*:

We prefer the identification of 40 Eridani as Vulcan's sun because of what we have learned about both stars at Mount Wilson. The HK Project takes its name from the violet H and K lines of calcium, both sensitive tracers of stellar magnetism. It turns out that the average level of magnetic activity inferred from the H and K absorptions relates to a star's age; young stars tend to be more active than old ones (Sky & Telescope: December 1990, page 589). The HK observations suggest that 40 Eridani is 4 billion years old, about the same age as the Sun. In contrast, Epsilon Eridani is barely 1 billion years old.

Based on the history of life on Earth, life on any planet around Epsilon Eridani would not have had time to evolve beyond the level of bacteria. On the other hand, an intelligent civilization could have evolved over the aeons on a planet circling 40 Eridani. So the latter is the more likely Vulcan sun.

In that case, Mr Spock's daytime star is a 4.4-magnitude multiple system about 16 light-years from Earth. Presumably Vulcan orbits the primary star, an orange main-sequence dwarf of spectral type K1. Data from the HK Project reveal that it has a starspot cycle of roughly 11 years, just like the Sun. [Diagram here of 40 Eridani's starspot cycle, showing that the latest peak in starspot activity was in 1989.]

Two companion stars--a 9th-magnitude white dwarf and an 11th-magnitude red dwarf--orbit each other about 400 astronomical units from the primary. They would gleam brilliantly in the Vulcan sky with apparent magnitudes -8 and -6, respectively.

SALLIE BALIUNAS
ROBERT DONAHUE
GEORGE NASSIOPOULOS
Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics
Cambridge, MA
GENE RODDENBERRY
Paramount Pictures Corp.
Los Angeles, CA

Also ist 40 Eridani unser Kandidat. Es gilt jedoch zu kl´┐Żren, inwieweit wir dieses Faktum als "canon" oder "offiziell" bezeichnen k´┐Żnnen, selbst wenn es im Rahmen von unz´┐Żhligen Fandom-Projekten schon erw´┐Żhnt wurde (wobei unklar ist, wer die Idee zuerst hatte). Es ist jedoch eine Tatsache, da´┐Ż im selben Jahr, wenn auch einige Monate vor Erscheinen des Artikels (am 18.3.1991), die Episode [TNG] Augen in der Dunkelheit einen In-Joke in Bezug auf 40 Eridani-A, die Hauptsonne des Dreiersystem 40 Eridani, enthielt und damit zumindest den Stern selbst ins offizielle Star Trek Universum brachte, wenn auch der Bezug zu Vulkan selbst fehlt: die Widmungsplakette der USS Brattain identifizierte das Schiff als "Miranda Klasse, gebaut in den 40 Eridani-A Sternenflottenwerften". Diese Plakette ist auch in den verschiedenen Auflagen der Star Trek Enzyklop´┐Żdie zu sehen, wobei hier aber jeder Hinweis auf die Bedeutung von 40 Eridani (ebensowie beim Eintrag zu "Vulkan" selbst) fehlt. Letztlich hat aber der Artikel im Sky & Telescope selbst genug Gewicht. Schlie´┐Żlich kann ein Brief, der Gene Roddenberrys Unterschrift tr´┐Żgt, nicht weniger canon gelten als die "offiziellen" Dokumentationen anderer hochrangiger Star Trek Mitarbeiter, etwa Michael Okuda und Rick Sternbach. Ebenso wie bei der Star Trek Enzyklop´┐Żdie und den technischen Handb´┐Żchern sollten wir also auch hier verfahren: solange in den Serien und Kinofilmen nichts Gegenteiliges erw´┐Żhnt wird, ist 40 Eridani offiziell und kanonisch die Sonne Vulkans.

Anmerkung: Die Positionen und die grundlegenden Eigenschaften von 40 Eridani - und die der anderen realen Sterne bei Star Trek - sind in der Star Trek Kartographie in der Tabelle "Die Positionen der realen Sterne" aufgelistet.

 

Credits

Dank an Geoffrey Mandel, Co-Autor der Star Trek Maps, f´┐Żr die Beschreibung des Quadrantensystems.

Dank an Geoffrey Mandel und Rick Sternbach selbst f´┐Żr die Aufkl´┐Żrung des Betaquadranten-Problems.

Dank an Brent Davies, der den Brief bez´┐Żglich der Sonne Vulkans zuerst ausfindig machte und sich mit deren Eigenschaften weiter besch´┐Żftigt hat, und an Winchell Chung, der den kompletten Artikel - zusammen mit vielen anderen gro´┐Żartigen Informationen - auf seiner Website ver´┐Żffentlicht hat. Weitere Credits gehen an die Macher der interaktiven Star Trek: The Next Generation CD-ROM, die Backgroundinfos zur Episode [TNG] Augen in der Dunkelheit enth´┐Żlt, und Bernd Schneider, der mich auf die zeitliche ´┐Żbereinstimmung von Gene Roddenberrys Brief und Episode hinweis.

 

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